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Berufsparcours reduzieren Fachkräftemangel

Praktische Parcours trainieren Jugendliche und helfen Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden.

 
Jugendliche können sich zu 90% nichts unter Berufsbezeichnungen vorstellen und wissen kaum, welche Tätigkeiten und Aufgaben sie in den verschiedenen Berufen erwarten. Auf der anderen Seite bemängeln einige Unternehmen die mangelnde Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen oder finden keine passenden Jugendlichen, weil sich keine bewerben.
 
Vor diesem Hintergrund wurden Parcours entwickelt, bei denen Jugendlichen ihre praktischen Talente, Fertigkeiten und Fähigkeiten entdecken können. Dies geschieht in Parcours ohne Unternehmen (Schulparcours, zumeist Klasse 8) mit eigens entwickelten Berufstrainingsmodulen. Im zweiten Schritt treffen dann die Jugendlichen in einem Firmenparcours auf Unternehmen (Klasse 9 - 10), bei denen typische Übungen aus Unternehmen zu erledigen sind, wie zum Beispiel Stanzmaschinen zusammenbauen, Binärzahlen programmieren, Schaltschränke verkabeln, Kabel abisolieren, Solartechnische Aufgaben bewältigen oder Rechnungen erstellen.
 
Die Jugendlichen haben so die Gelegenheit, einen kurzen und aber intensiven Einblick in verschiedene Berufe zu bekommen und Fehlentscheidungen für Praktika / Ausbildungen zu vermeiden.
 
Sowohl Unternehmen, Schulen und Jugendlichen sind begeistert von diesem effizienten System. Da weder Messetische aufgebaut noch Werbegeschenke oder viele Prospekte verteilt werden, sind die Vorbereitungs- und Durchführungszeit sowie der Kostenaufwand gerade auch für kleine Unternehmen überschaubar.
 
Weil nur die praktischen Übungen für etwa 10 Minuten pro Beruf für die Jugendlichen im Mittelpunkt stehen, gelingt es den Jugendlichen und den Unternehmen relativ rasch, Kontakt zueinander aufzunehmen. So finden auch praktisch begabte Jugendliche plötzlich Ausbildungsplätze, weil sie gezeigt haben was sie können.
 
Pro Tag können Jugendliche etwa 30 - 50 Berufe kennen lernen. Die Teilnahmezahl der Schülerinnen und Schüler kann zwischen 200 und 800 betragen. Durchgeführt werden die Parcours in Kooperation mit regionalen Trägern (u. a. IHK, Wirtschaftsförderung)
 
Mittlerweile haben rund 240.000 Jugendliche die Parcours absolviert. Was als Modell in NRW begann, hat sich mittlerweile in ganz Deutschland herumgesprochen. So haben sich bundesweit an die 2.500 Unternehmen an Parcours beteiligt.
 
Bei konsequenter Nutzung sowohl des Schulparcours als Vortraining als auch des Firmenparcours als Kontaktaufnahme könnte die Masse an unqualifizierten Bewerbungen reduziert und die Effizienz der Kontakte erheblich gesteigert werden.
 
Zur flächendeckenden Ausweitung des Systems stehen durch bei den Arbeitsagenturen nach § 33 SGB III Zuschüsse sowie in den Bundesländern aus unterschiedlichen Fördermöglichkeiten finanzielle Mittel zur Verfügung.
 
Weitere Informationen unter www.berufsparcours.de
 
Entwickelt wurden die Berufsparcours von:
 
Karin Ressel
Technikzentrum Minden - Lübbecke e.V.
Telefon: 05703/520-510
eMail: technikzentrum@t-online.de 
 
 
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